5. Runde: Fast seriöser Auftritt in Poll. PSE gegen Grünfeld 1,5 - 6,5
Als sehr gelungen kann man den Auftritt unserer Mannschaft beim Poller Schachesel betrachten. Mit einer souveränen Vorstellung beim Schlusslicht der aktuellen Tabelle sind wir einen weiteren kleinen Schritt Richtung Aufstieg gegangen.
Von Anfang an präsentierten sich fast alle Mitglieder in sehr guter Form. Eine Ausnahme machten nur Yasser, der bereits frühzeitig unter sehr unangenehmen Druck stand, und ich, der Mannschaftsführer. Zu meiner Entschuldigung möchte ich allen mitteilen, dass ich gesundheitlich aufgrund der Einnahme von rezeptfreier Medizin, in einer nicht empfohlenen Dosis, schwer angeschlagen war. Einem schnellen Sieg meinerseits stand dies glücklicherweise nicht im Weg.
Nun aber noch mal ein paar Schritte zurück. Wie so oft bei Auswärtskämpfen lief die Anreise mal wieder nicht ganz unproblematisch. Da ich begründet durch ein Klantreffen in meiner Heimatprovinz Poll bereits vor Ort war, sollte die Anreise durch Jan und Boris erfolgen. Und hier unterlief unserem Brettkiller Boris leider ein fatales Missgeschick. Er musste nämlich auf der Anreise zu unserem Lokal unplanmäßige, dringende Geschäfte erledigen. Da dies (vor allem für außenstehende Personen) nur bei Ihm zu Hause erledigt werden kann, kehrte er bereits am Lokal angekommen noch mal um. Unsere nervöse Restmannschaft entschied sich dann kurzerhand für eine Taxireise.
Erfreulichweise waren dann aber alle Teilnehmer pünktlich zum Mannschaftskampf in Poll (Boris nacheilend/Philipp torkelnd). Aufgrund der oben erwähnten Probleme ist es mir kaum möglich Details der Partien wahrheitsgemäß wiederzugeben. Daher bitte ich die eine oder andere Fehleinschätzung zu verzeihen.
Da Klaus-Jürgens Gegner "leider" nicht zum Mannschaftskampf erschien, waren wir bereits recht schnell schon mit 1:0 in Führung. Bei Bernd an Brett 1 lief es im Prinzip glatt. Auch wenn er nach den ersten Eröffnungszügen nicht ganz zufrieden mit seiner Stellung war (Er bezeichnete sie als "gekünstelt") wurde die Situation von Zug zu Zug besser. Mit einer hübschen Finesse zum Abschluss war sein Sieg besiegelt. Auch ich hatte nicht wirklich viel zu tun. Mein Gegner, der mit den weißen Steinen operierte, fand sich im Mittelspiel glücklicherweise nicht zurecht. Schon nach wenigen Zügen konnte ich in ein sehr simpel gewonnenes Endspiel mit Mehrfigur und Freibauern abwickeln. Bei Rouven an Brett 8 ging es auch schnell zu. Ich glaube bereits als ich zum ersten Mal auf seinem Brett die Figuren erkennen konnte, war seine Stellung ebenfalls mit Mehrfigur total gewonnen. Sehr sauber in der Abwicklung zwang Rouven seinen Gegner dann noch in ein Mattnetz. Durch ein sauberes Remis von Mathieu gegen eine Nachwuchshoffnung aus Poll war der Mannschaftskampf dann gewonnen. Aus einer französischen Eröffnung mit Schwarz gelang er in ein total ausgeglichenes Endspiel mit ungleichen Läufern. Niemand der Außenstehenden konnte erkennen wie einer der beiden das Ding gewinnen sollte. Schöne Partie von Mathieu, der diesmal Topfit am Spielgeschehen teilnahm.
Boris fühlte sich nach seiner frühzeitigen "Erleichterung" heute mal wieder äußerst wohl. Gewohnt ruhig eröffnend nutze er die Ungeduld seines Gegners genüsslich aus. Nach verschiedenen dubiosen Angriffzügen des Gegners (h5, g5 gib´ ihm!) war die Stellung seines Kontrahenten nicht mehr auszuhalten. Fast enttäuscht wirkte Boris dann nach der frühzeitigen Aufgabe (Zitat Boris: "Mensch, gerade fing es an Spaß zu machen"). Ein nächster äußerst erfreulicher Schritt war der erste Sieg von Jan. Endlich hat er es geschafft seine "Seuche" der ersten Spieltage abzulegen, und einen vollen Punkt einzufahren. Die Erleichterung war Ihm förmlich ins Gesicht geschrieben. Er zerlegte seinen Gegner souverän mit Weiß gegen die Caro-Kann Verteidigung. Viel habe ich von der Partie nicht mitbekommen. Jedoch konnte man an seinen Gesichtszügen erkennen, dass er niemals ernsthafte Schwierigkeiten hatte diese Partie zu gewinnen. Aber gut stand er ja schon oft! Doch diesmal konnte er den wohlverdienten Sieg auch am Ende notieren.
Der einzige Wehrmutstropfen (diesmal richtig geschrieben) war die Niederlage von Yasser. Bereits nach einigen Zügen der Eröffnung kam Yasser in arge Bedrängnis. Diesen Nachteil, den er sich "zügig mit Weiß" einhandelte, vermochte er nicht mehr auszugleichen. Der Druck wurde immer größer, Material musste gespuckt werden, und eigentlich wollte er ja schon aufgeben. Wir konnten Ihn zwar noch dazu überreden ein wenig weiter zu kämpfen, aber bis auf ein paar Unklarheiten war nichts mehr zu machen. Schade Yasser!
Nun ja, aber auch dieses tragische Einzelschicksal konnte den meisten Mitgliedern unserer Mannschaft den Tag nicht mehr versauern. Gewohnt gesellig nahmen wir noch einige Bierchen in uns auf und feierten den Sieg bei "Steffi". Einer jungen Dame, die das ausdrückliche Pech hatte, den ziemlich angeschlagenen Mannschaftsführer unserer Mannschaft bedienen zu dürfen. An dieser Stelle noch mal herzlichen Dank für die nicht zu erwartende Geduld. Ein herzlicher Gruß geht auch an Frank, den wir wie ich finde zufrieden stellend kompensiert haben. Dennoch hab keine Angst! Gegen die großen Brocken der Klasse ist deine Anwesenheit unverzichtbar für uns.
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