3. Runde: SG Porz VI - Grünfeld I 4,5-3,5 - "Erste Beruhigungsspritze"
Es war wirklich nicht unser Tag. Unser bisher so erfolgverwöhntes Team musste die erste Niederlage in dieser Saison einstecken. Dass wir dabei ganz knapp mit 3,5-4,5 verloren haben, macht es im Prinzip noch bitterer. Obwohl es bei den drei starken Konkurrenten um den Aufstieg, am Ende, auf jeden Brettpunkt ankommen kann. An den vorderen Brettern konnten wieder alle Spieler ihrer Favoritenrolle gerecht werden.
Ich hatte sehr schnell eine scharfe Variante des Evansgambit auf dem Brett, in dem mein Gegner in einer komplizierten Situation die Nerven verlor und völlig überflüssig eine Figur zur "Befreiung" opferte. Es waren nur noch ein paar Genauigkeiten notwendig um den Punkt nach Hause zu fahren.
Bei Frank lief es im Prinzip auch sehr glatt. Nach deutlichem Eröffnungsvorteil und Mehrbauern, machte es Frank sich unnötig schwer. Er verdarb die Stellung durch einen überflüssigen Bauerneinsteller.Doch dann in einer komplizierten Stellung angekommen, konnte der Gegner taktisch keinen mehr Widerstand leisten, und wurde von Frank eiskalt erledigt. Auch in seiner 48 Mio und 1ten Partie siegte die Erfahrung!
Boris hat es mal wieder geschafft an diesem Sonntag die längste Turnierpartie in Porz zu spielen. Dabei sei aber erwähnt das ZEHN Mannschaften an diesem Sonntag in Porz spielten. Unter anderem die Bundesliga Mannschaften von Solingen, Wattenscheid, Godesberg und Porz.
Spielt Boris besonders tiefsinnig? Oder handelt es sich doch nur um ein Wachkoma? Auf dem Brett hat er allerdings wieder einmal seine Klasse unter Beweiß gestellt. Nach der mit Schwarz gespielten Sizilianischen Verteidigung, errechte er spielend Ausgleich. Immer mehr verbesserte er á la Karpov seine Stellung, die schlussendlich dann in einem gewonnenen Turmendspiel landete. Trotz der einen oder anderen Zeitnot erledigte Boris diese Aufgabe meisterhaft.
Am liebsten würde ich mit der Berichterstattung des Spieltages jetzt aufhören! Denn von dem was dahinter kam, gibt es nicht viel positives zu Berichten. Wir müssen erkennen, dass wir mit einer ersatzgeschwächten Mannschaft ohne Bernd und Klaus-Jürgen echte Probleme bekommen. Die durchweg sehr ausgeglichen besetzten Porzer holten an den hinteren Brettern Ihre Punkte mehr oder weniger souverän und verdient.
Sogar unser so erfolgreicher Rouven hatte ein sehr schweres Los an Brett 8. So weit ich es einzuschätzen vermag, hatte er von den letzten fünf Brettern der Porzer, den schwersten Broken. Nachdem er die Eröffnung ziemlich misshandelte, fing er leider zu spät an seine Fähigkeiten ins Spiel einzubringen. Nach sehr schwieriger (vermutlicher verlorener) Stellung, schaffte er es sogar das Ding noch mal ganz Eng zu gestallten. Doch nach Ablauf der schärfsten Variante war klar, dass Ihm leider doch ein Tempo zum Sieg fehlte. Die Niederlage war nicht mehr zu verhindern.
Auch Oliver musste erkennen, dass es nicht normal vom Gegner ist, in den ersten 15 Zügen zwei bis drei Figuren einzustellen. Anders als bei seinem ersten Einsatz, spielte der Gegner deutlich besser. Nach total verkorkster Eröffnung war die Lage hoffnungslos. Im weiteren Mittelspiel kämpfte Oliver zwar wie ein Löwe, war aber nach einem weiteren Einsteller machtlos.
Zum Schluss muss positiv an dieser Stelle gesagt werden, dass nach dem Mannschaftskampf alle Spieler auf eine Runde von Jan ins Vereinslokal zusammen getroffen sind. Auch in dieser bitteren Stunde gab es keine Auflösungserscheinungen.
Wir haben unser Ziel "Aufstieg" nach wie vor fest im Visier. Da wir es immer noch aus eigener Kraft schaffen können, bin ich sehr zuversichtlich!
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