SF Rodenkirchen I - Grünfeld I 2 : 6
Mit einiger Verzögerung gibt es nun endlich die von Euch ersehnten Zeilen zum letzen Mannschaftskampf in Rodenkirchen. Wie es die meisten von Euch schon wissen, konnte sich unsere verwöhnte Edeltruppe erneut mit 6:2 beim Rivalen Rodenkirchen souverän durchsetzen. Das alles außer dem ersten Platz verbunden mit dem Aufstieg in die Bezirksliga in dieser Saison, eine große Enttäuschung wäre, sollte nun auch dem letzten Zweifler (gab es Sie?) klar sein. Obwohl wir bei diesem Mannschaftskampf wieder einmal auf zwei sehr wichtige Spieler verzichten mussten (Brett 1 und 3), lief der Auswärtskampf sehr schnell in die richtige Richtung.
Zuerst einmal sei aber das äußerst schöne Spiellokal der Schachfreunde aus Rodenkirchen erwähnt. Eine sehr schnuckelige alte Villa mit herrschaftlichen Holzböden und einem dazu passendem Garten. Hier kann man sich beim Schachspielen sehr wohl fühlen, und das ein oder andere Gemetzel auf dem Brett getrost vergessen lassen. Nur der Berichterstatter hatte ein kleines Unbehagen in der Magengegend. Sehr überrascht stelle er fest, dass es das Nachbarhaus der zahlreichen sehr unangenehmen Zahnoperationen war, in Erinnerung an das "Monster aus der Lagune".
Zum Spielgeschehen: Bereits nach etwas über einer Stunde schien es unserem Endspielspezialisten Bernd schon unbehaglich zu sein, dass die meisten Grünfelder fast schon mit entscheidendem Vorteil ausgestatten waren. Mit seinen legendären Stiefeln stolzierte er gleichvoll nervös als auch lautstark über das Parkett. "Herr Daverkausen! Wir sind doch nicht in der Kaserne" schallte es aus dem gegnerischen Block. Nun ging es knall auf Fall. In mir nicht bekannter Reihenfolge nahmen wir die Siege von Michael, Bernd, Klaus-Jürgen und Frank zur Kenntnis. Besonders Bernd der es normaler Weise etwas ruhiger angehen lässt, zerstörte den unsoliden Aufbau seines Gegners auf sehr beeindruckende Weise. Eine Gewaltpartie die man eher von Rouven, Tobi oder mir erwartet hätte. Auch Klaus-Jürgen lies seinem Gegner nicht den Hauch einer Chance. Mit Weiß nahm sein Druck auf die morbide Stellung des Gegners immer unerträgliche Züge an. Es ging nix mehr, tolle Partie Klaus-Jürgen. Michaels Partie war wohl die unspektakulärste. In einer schon sehr schwierig zu verteidigender Stellung, stellte sein Gegner einen glatten Turm ein. Aufgabe, so geht's ja nicht mit unserem Micha. Frank hatte noch am meisten zu Kämpfen. Sein Gegner versuchte mit Gewalt auf Angriff zu spielen. Auch wenn es hier und da etwas unangenehm für Frank aussah, war nach sauberem Spiel von unserem Mann nur noch ein gegnerischer Trümmerhaufen übrig, den Frank in gewohnter Souveränität abwickelte.
Mit einem 4:0 im Rücken und sehr guten Stellungen von Jan, Tobi und mir, war der Mannschaftskampf im Prinzip gewonnen. Nur Rouven hatte zum ersten Mal Probleme mit der Abtauschvariante der Französischen Verteidigung. Doch es sollte anders kommen. Von den letzen vier verbliebenen Partien, gelang es nur Jan seinen deutlichen Stellungsvorteil in einen Sieg umzuwandeln. Mit einem sehr schönen Opfer (laut Fritz zwar inkorrekt - aber egal) gelang es ihm seinen Gegner zur baldigen Aufgabe zu zwingen und den Mannschaftssieg zu besiegeln.
Tobi, dessen Gegner ein sehr zweifelhaftes Opfer vortrug, gelang es nicht sich auf einfache Verteidigungszüge zu besinnen. Ziemlich leichtsinnig vergab er seine Gewinnstellung durch ein gieriges Damenmanöver. Trotz des inkorrekten Opfers ein großes Kompliment an den Gegner, der anschließend die weißen Schwächen brutal zum Matt ausnutzte. Bei Rouven lief es fast umgekehrt. Obwohl er zwischenzeitlich bereits zur Aufgabe bereit gewesen wäre, nutze ihm ein ziemliches Missgeschick seines Gegners zum Remis. Nachdem sein Gegner den tödlichen Springerzug mit dem Turm ausführen wollte, war soviel Konfusion eingetreten um sich gütlich zu Einigen.
Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte hatte ich die letzte Partie des Mannschaftskampfes auf dem Brett. Überhaupt nicht mein Ding wie es scheint. Obwohl ich meinen Gegner in der gesamten Partie ziemlich unter Druck setzen konnte, gelang es mir nicht zu entscheidenden Vorteil zu gelangen. Doch plötzlich gab es eine Chance, mit einem vergifteten Turmopfer versuchte ich noch einmal das Ruder zum Sieg rumzureißen. Völlig vergeblich! Mein Gegner hatte einfach weiter gerechnet. Ohne Ausweg sah ich mich jetzt einer unausweichlichen Remisschaukel ausgesetzt. Lob an meinen Gegner der sich nach anfänglichen Schwächen in meinen Augen sehr stark verteidigt hat.
6:2 die nächste Hürde ist geschafft.
Dies war der letzte Mannschaftskampf unseres Vereins in diesem Jahr. Deshalb möchte ich die Gelegenheit nutzen ein kurzes Resümee zu ziehen. Das unserer doch deutlich verstärkte Erste ziemlich Problemlos durch die Bezirksklasse wandert ist sicherlich nicht verwunderlich. Mit so vielen erfahrenen Spielern aus Bundes-, Nrw- und Verbandsligen geht wohl kaum ein Weg an den Siegen vorbei. Dennoch sei hier äußerste Vorsicht angezeigt. Was alles im Schach passieren kann, hat man ja beim einzügigen Matt des aktuellen Weltmeisters gegen Fritz gesehen.
Viel Erfreulicher und absolut überraschend ist der Auftritt unserer Zweiten in Ihrer ersten Saison. Ebenso wie die erste stehen 3 Mannschaftssiege und ein Aufstiegsplatz zurzeit zu Buche. Bisher gab es noch keinen einzigen kamplosen Brettverlust, was bei der sehr dünnen Personaldecke überhaupt nicht zu erwarten war. Großes Kompliment an die Mannschaftsführer und den Einsatz aller Beteiligten. Mal sehen ob es beiden Mannschaften gelingt das jetzt gesteckte Aufstiegsziel zu erreichen. Im Januar geht es weiter!
Bis dahin Euer Berichterstatter…
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