Es wird enger! Grünfeld gewinnt in einem spannenden Heimkampf gegen Pulheim mit 5:3
Ein sehr guter Start für unsere erste Mannschaft im neuen Jahr! Mit einem knappen, aber wohl verdienten Sieg, liegt unsere erste nun mit 4 Punkten Vorsprung auf dem ersten Tabellenplatz der Bezirksklasse West.
Pünktlich wie die Maurer trafen Rouven, Frank und Philipp um kurz nach 10 Uhr in unserem Spiellokal ein. Trotz einiger bedenken nach den üblichen Samstagabend Partys gab es keine Mängel an unserem Spiellokal. Zur Freude aller Beteiligten konnten wir mit frischer Farbe und neuer Deko in dem sehr ordentlich gereinigten Spiellokal alles für den anstehenden Mannschaftskampf vorbereiten. Zum ersten Mal kam auch, dass von unserem Präsidenten Mario gespendete, neue Spielmaterial im edlen Holzdekor zum Einsatz. Einem schönen Mannschaftskampf stand somit nichts im Wege. Sowohl unsere Gegner aus dem fernen Pulheim, als auch die restlichen Vagabunden unserer ersten Mannschaft trafen nach und nach pünktlich ein.
Mit Pulheim, die zu diesem Zeitpunkt auf Platz zwei der Rangliste fristeten, und des Weiteren den stärksten DWZ-Schnitt unserer Gegner aufwiesen, lag der härteste Brocken des Spieljahres vor uns. Und dieses Mal mussten wir auf unsere neue Mittelachse verzichten: Michael und Tobi, die aus diversen Gründen diesmal nicht ins Geschehen eingreifen konnten. Und genau so eng sollte es auch werden, wie es die Konstellation vermuten lies.
Recht schnell einigte sich Frank, der sich an diesem morgen nicht ganz so wohl fühlte und sein im Kölner Schachverband sehr lange etablierter Gegner Heinz Sabranski nach einer total ausgeglichenen Eröffnungsphase auf Unentschieden. Das nächste Remis folgte dann unmittelbar an Brett Acht von unserem Professore Jan! Obwohl seine Stellung wohl etwas aussichtsreicher schien, gab es an der Punkteteilung von unserer Seite nichts auszusetzen.
Doch nach genauerer Betrachtung vor allem der ersten Bretter begannen die ersten Kopfschmerzen. Unserer beiden Spitzenbretter taten sich überraschend schwer in Ihren Eröffnungsphasen. Sowohl Martin als auch Bernd erreichten Stellungen mit denen Sie äußerst unzufrieden waren. Auch die Stellung von Boris, die zwar ziemlich Chancenreich aussah, war aber in Anbetracht der obligatorischen Zeitnotphase als eher wackelig zu bezeichnen. Auch weiter hinten sah es ziemlich mäßig aus. Rouven hatte relativ schnell eine Qualität weniger. Trotz eines Bauern und gewissen Stellungsschwächen seines Gegners, war diese Stellung auch deutlich zu Gunsten der Pulheimer zu bewerten.
Just zu diesem Zeitpunkt gab es dann einen sehr erfreulichen Überraschungsbesuch der internationalen Schachspitzenklasse. Der allseits beliebte und aus Funk- und Fernsehen bekannte Großmeister Vlastimil Hort, ließ es sich nicht nehmen an diesem Sonntag mal reinzuschauen. Wir wollen gar nicht wissen was Ihm über die Stellungen unserer vorderen Bretter durch den Kopf ging. Im weiteren Verlauf, hatten wir dann auch noch die Ehre unseren regelmäßigen Gast und ehemaligen deutschen Blitzschachmeister IM Georg Seul als Kiebitz begrüßen zu dürfen. So etwas gibt es nur im Grünfeld! Ein Spiel der Bezirksklasse!!! unter den Augen der deutschen Schachelite.
Nun aber wieder zum Kampf. Klaus-Jürgen hatte nach der Eröffnung mit schwarz, recht schnell Ausgleich erlangt, irgendwie gelangte er aber nicht auf den rechten Pfad der Tugend und wählte eine nachteilhaftige Aufstellung. Leider war diese Tatschache Ihm und den anderen Kiebitzen leider völlig unbewusst. In Anbetracht der schwierigen Stellungen der anderen Grünfelder lehnte er das Remisangebot seines Gegners ab und antwortete höchst ungünstig mit dem wohl entscheidenden Verlustzug. Sehr schade für Klaus-Jürgen, der bis zum heutigen Sonntag mit 100% in den Mannschaftskämpfen aufwarten konnte.
Glücklicher Weise gab es aber zu diesem Zeitpunkt die erste richtig Positive Meldung zu vermelden. Philipp der seinen jungen aufstrebenden Gegner mit einer sehr unkonventionellen Aufstellung gegen Siziliansich überraschte, erlangte nach der Eröffnung extremen Vorteil. Nach einem weiteren positionellen Desaster-Zug seines Gegners wickelte er nach ein paar druckvollen Zügen taktisch zum Matt ab. Es stand nun 2:1 für uns. Auf dem Papier also war erstmal alles in Ordnung.
Die nächste sehr erfreuliche Tatsache ergab sich an Brett 6 bei unserem Killer-Rouven. Trotz einer Qualität weniger im Rücken, gelang es Ihm mit seinem Springer ziemlich viel Verwirrung in der gegnerischen Stellung zu stiften. Der Gegner versuchte zwar noch ein bisschen, sah sich aber dann dazu verpflichtet die Qualität zurück zu geben und in dem entstandenen Turmendspiel die folgerichtige Punkteteilung zu akzeptieren. Mit drei Unentschieden avanciert der im Vorjahr so gut wie immer siegträchtige Rouven zu unserem Remiskönig der Saison! Man konnte ihm trotzt der Erleichterung, seine Unzufriedenheit über sein Spiel anmerken.
Aber wie ging es nun weiter. Die ersten Zeitnotphasen standen an. Mit von der Partie, natürlich unser frisch gebackener Vater Boris, der an diesem Tag mit einem sehr attraktiven Millitärhaarschnitt aufwarten konnte! Auch bei Bernd und Klaus-Jürgens Gegner wurde die Zeit immer knapper.
Stellungsmäßig hatten sich unsere ersten drei Bretter glücklicher Weise rehabilitiert. Aus Ihren äußerst schwierigen Stellungen gelang es Martin und Bernd durch sehr konzentriertes Spiel wieder leichtes bis deutliches Übergewicht zu bekommen. Entscheidender Vorteil, war aber nirgendwo zu erkennen. Nur Boris gelang es seinen Gegner in der äußerst verzwickten Stellung mächtig unter Druck zu setzen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir sehr sicher, dass Boris diesen Punkt nach Hause holt.^
Es sollte dann aber anders kommen! Plötzlich ging alles ganz schnell, Martins tapferem Gegner an Brett 1 waren die Nerven gekommen. Immer mehr unter Druck geraten, stellte er eine Puppe ein und gab auf. Bei Bernd war nun die heiße Zeitnotphase eingetreten. Mittlerweile hatte auch er sehr deutlichen Vorteil erlangt, den er wohl problemlos in einen Sieg umwandelt konnte, oder? Doch wie das nun mal so ist in einer Blitzphase. Etwas unüberlegt hätte sein Gegner durch einen Springerzug in Vorteil kommen können. Aber, puhhh!!! Glücklicherweise übersehen und die Stellung total vergeigt. 4,5 - 1,5 der Mannschaftskampf war im Sack. Dies konnte auch die notwendige Aufgabe von Klaus-Jürgen nicht mehr ändern. Obwohl der Gegner in ziemliche Zeitnot geriet, vergab er seinen deutlichen Vorteil nicht mehr, und wickelte routiniert zum Sieg ab.
Nur noch Boris war übrig geblieben. Wie so oft mit der letzten und völlig Mannschaftskampf neutralen Partie verteidigte er seinen Titel als größter Quälgeist des KSV. Zu allem Überfluss gelang es ihm des Weiteren auch leider nicht seine Gewinnstellung zu verwandeln. Obwohl seine Stellung durch einen mit schwarz bis auf die zweite Reihe vorgedrungenen Bauern total gewonnen aussah, kam es nicht zum Todesstoss! Ärgerlicherweise kam es in höchster Zeitnot von Boris zu den entscheidenden Stellungen. Mit etwas mehr Zeit auf der Uhr, hätte er bestimmt das richtige Rezept gefunden. Nach erfolgreicher Zeitkontrolle gab es noch ein langes Suchen nach einem gewinnbringenden Zug. Wie ein Ölgötze schaute er über 45 min in seine Stellung. Doch es war wohl nix zu finden. Dauerschach - Remis. 5:3 Ende Gelände.
Wieder einmal gewonnen! Knapp aber verdient, lautet mein Fazit. Wir bedanken uns bei den äußerst sympathischen Pulheimern, die uns einen wirklich spannenden Sonntag bescherten.
In unserer nächsten Folge berichten wir über die spannenden Abenteuer beim Satranc-Club!
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