Die Keule ist aus dem Sack: Grünfeld I - Satranc Club: 7,5-0,5 im Kölner "CityHotel"
Mit einem komfortablen Vorsprung auf unsere Mitstreiter führte uns die Turniertabelle an diesem Spieltag ins zentral gelegene Spiellokal des Satranc Club. Mit Vorfreude erwarteten die alten Hasen von uns das Zusammentreffen mit den alten Vereinskollegen und Schachhaudegen, die im Cityhotel Köln ein vorzügliches, zentral gelegenes Vereinslokal gefunden haben. Nach dem freundlichen Empfang und Begutachten der Räumlichkeiten ging es dann aber wie gewohnt zur Sache, nachdem auch Andrea die Tücken der Adressfindung im Kölner Innenstadtdschungel überwunden hatte. Wir traten diesmal ohne unsere Nr. 1 Martin und Mr. 100%nurimletztenkampfremisgelutscht Frank an, hatten aber wie immer zuverlässigen Ersatz.
Die Partien entwickelten sich durchweg recht vorteilhaft für uns, aber dennoch schien es so, als ob unsere Gegner uns noch das ein oder andere Pünktchen abnehmen würden. Nach ca. 2 Stunden war immer noch nirgends eine klare Entscheidung gefallen.
Bernd opferte früh einen Bauern für das Läuferpaar und eine bedrohlich erscheinende Initiative. Alt-Meister Manay Güven verteidigte jedoch hervorragend, und die Umsetzung der Kompensation erschien immer schwieriger. Nur durch ein Versehen von Manay konnte diese Partie als erste für uns verbucht werden, ganz zu meiner Freude und Bernds Leidwesen, wollte er doch dieses eine mal länger am Brett sitzen als ich.
Meine Stellung hatte sich nach schnellem Ausgleich mit Schwarz prächtig entwickelt, und ich freute mich schon auf einen schönen Angriff ohne Gegenspiel auf die weiße lange Rochade. Zum Glück fand mein Gegner noch ein Figurenopfer, welches im drei Bauern einbrachte und mich noch vor weit unterschätze Probleme stellte. Immerhin stand meinem immerwährenden Streben nach der längsten Partie nichts mehr im Wege. Erst mit einigen lang überlegten Zügen waren die bedrohlichen Bauern kaum mehr zu bewegen und ein eingestellter Bauer durch meinen Gegner besorgte das Übrige. Nach schönen vier Stunden Spielzeit und für meine Bedürfnisse etwas zu viel Zeit für meinen 40. Zug streckte er entnervt die Segel.
Philipp hatte gegen seine Haus- und Leiberöffnung früh positionelles Übergewicht erreicht (Läuferpaar und gegnerischer Isolani), aber gegen Izet Yilmaz' zähes Spiel würde noch einiges an Technik notwendig sein, um die Partie nach Hause zu fahren. Zeitweise musste ich mir sogar Sorgen machen, wer von uns beiden länger am Tisch sitzen würde. Philipp marschierte zum Glück bald zielstrebig mit seinem König in die gegnerische Stellung hinein und beendete die Partie rechtzeitig.
Lamby schien seinen Gegner schon früh im immer wieder gerne zitierten Sack zu haben, doch auch sein Gegner fand genaue Züge, und es ergab sich ein sehr remisiges Endspiel mit ungleichen Läufern. Die gegnerischen Nerven spielten jedoch nicht mit und der ungleiche weiße Läufer war plötzlich wirklich im Sack.
Sir BulletMasta Tobi wusste mit seiner eigentlich aussichtsreichen Stellung nicht so recht etwas anzufangen und kam durch unglückliche Umstände und starkes gegnerisches Spiel gar in Bedrängnis. Am Ende reichte man sich die Hände und ein unschmeichelhaftes 8:0 war schon mal aus dem Raum.
Bei den folgenden Brettern sah es durchweg nach souveränen Start-Ziel-Siegen aus. Rouven zauberte einen gewalttätigen Angriff gegen die weiße Königsstellung aufs Brett und wandelte langsam aber sicher zum lang ersehnten vollen Punkt um.
Klaus-Jürgen sammelte schon in der Eröffnung 2 Bauern ein und stand selbst, nachdem die tapfere Gegnerin ihm noch clever die Qualität ab gedribbelt hatte, noch auf Gewinn, und auch hier waren zu keinem Zeitpunkt Wolken am Horizont zu sehen.
Ebenso Andrea: Das junge, talentierte Gegenüber geriet durch Andrea's sauberes Spiel mehr und mehr unter Druck bis die erste Figur und wenig später die Partie fällig waren.
Alles in allem haben wir einen schönen Spieltag beim Satranc Club verbracht und ein bei Betrachtung der Spielverläufe etwas schmeichelhaftes Ergebnis erzielt. Wir wünschen Satranc viel Erfolg beim Kampf um den Klassenerhalt und bedanken uns für die Gastfreundschaft!
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