Minimalziel erfüllt - Aufstieg und Meister zwei Runden vor Schluss

Ja Ja… Hochmut kommt vor dem Fall, aber dieses Jahr hat es mal wieder geklappt. Mit einem souveränen 6:2 gegen Erftstadt, hat unsere Erste alle gesteckten Saisonziele klar gemacht. Obwohl wir auf zwei unserer stärksten Waffen - Martin und Boris, verzichten mussten konnte man ehrlich nicht von einem besonders spannenden Mannschaftskampf sprechen. Die eine oder andere interessante Partie war dennoch dabei.igentlich möchte ich über diesen Mannschaftskampf gar nicht schreiben.

Pünktlich um 10:30 trafen Rouven, Mario und Philipp im Spiellokal ein. Unser Spiellokal befand sich mal wieder in einem hervorragenden Zustand. Sogar die Bretter und das dazugehörige Klimbim waren sorgfältig parat gestellt.

Die Sonne schien in den schönen Biergarten und zur Stärkung gab es erstmal einen guten Kaffee und ein paar französische Hörnchen. Als dann zu unserer Überraschung Altmeister Hort auf seinem sonntäglichen Spaziergang am Spiellokal vorbei huschte, und uns ein aufmunterndes Daumenhoch zum Mannschaftskampf sandte, war klar: Alles wird gut!

Nach und nach trafen die übrigen Bagaluten und unsere Gegner aus Erfstadt zum anstehenden Mannschaftskampf ein. Eine sympathische Truppe mit sowohl neuen als auch altbekannten Gesichtern hatten wir heute vor uns.

Die üblichen Eröffnungsgeplänkel vollbracht, standen recht schnell die ersten Entscheidungen an. Unser Professore bittete den Mannschaftsführer um eine schnelle Konsultation. "Mein Gegner hat Remis angeboten, ich stehe schlecht".

Auch wenn die Stellung rückwirkend betrachtet noch äußerst interessant war, gab es an einer Punkteteilung nichts auszusetzen. Der erste halbe Punkt war eingefahren. Schlag auf Schlag ging es dann zu unserem Brett 4. Michaels Gegner hatte sich richtig was vorgenommen. Laut eigener Aussage hat er sich richtig auf die Partie gefreut, bei der er sein Können mal mit einem deutlich stärkeren Gegner messen konnte. Ein sehr schöne Einstellung, die es erstaunlicher Weise nicht sehr oft gibt. Leider sitzen die vermeintlichen Underdogs oftmals wie eine Beutelratte vor dem Adler und machen es unseren Leuten viel zu einfach. Doch wie dass so ist mit großen Vorhaben, gelang dem jungen Mann nicht sehr viel. Michael zog nach und nach mit Weiß natürliche Eröffnungszüge, um nach dem vierzehnten Zug g4 die korrekte Aufgabe seines Gegners entgegen zunehmen. Springer am Rand bringt Kummer und Schand.

Nun verstrich einige Zeit. Vor allem an den Brettern zwei und drei waren unsere Gegner mit tiefem Gedanken in ihre Stellungen versunken. Dann kam Tobi: Viel habe ich von dieser Partie leider nicht mitbekommen. Nach einer verschachtelten Eröffnungsphase überrollte er seinen Gegner mit Schwarz am Königsflügel. Ein äußerst souveräner Auftritt unseres Jugendtalents. Sehr erfreulich, hatte er doch die letzten Mannschaftskämpfe eine Art Schwächeperiode durch leiden müssen.

2,5 - 0,5 - Nun war allen Klar, dass dieser Mannschaftskampf einseitig verlaufen würde. Den nächsten Triumph gab es zügig bei unserem Mannschaftsführer Philipp zu vermelden. Mit Weiß gewohnt aggressiv Eröffnet hat er seinen Gegner mit einer uralten Eröffnung konfrontiert. Ja, die jungen Leute kennen dat alte Zeug wohl nicht mehr. Trotzdem ein Kompliment an den jungen Mann. Zwar sehr viel Zeit verbrauchend fand er aber in der ersten Phase des Spiels die richtigen Züge. Doch der Druck wurde immer größer. Nach ein, zwei Ungenauigkeiten befanden sich fast alle weißen Leichtfiguren im gegnerischen Lager. Figurengewinne an allen Fronten - Folgerichtige Aufgabe im 18. Zug.

3,5 - 0,5 - Wer würde nun den entscheidenden Punkt zum Aufstieg vollbringen? Mit Bernd konnte man ja nicht rechnen! Wie immer würde er seine Partie am liebsten als Hängepartie gestalten. Nun ja! Ihr habt es bestimmt schon erraten: Frank sollte es vollbringen. An dieser Stelle noch mal ein herzliches Dank, für diesen wohl wichtigsten Sieg unserer diesjährigen Vereinsgeschichte!!!

Wie kam es dazu? In meinen Augen hat sein Gegner alles richtig gemacht. Sowohl von der Wertungszahl, als auch von der Erfahrung deutlich unterlegen, setzte er mit Weiß alles auf eine Karte. Recht früh begann sein Volkssturm - Alle Mann nach vorne. Dann wurde sogar eine Figur gegeben um ein paar nicht ganz ungefährliche Mattdrohungen aufzustellen. Doch Frank hatte alles im Griff. Jederzeit waren die korrekten Verteidigungszüge zur Hand und nach dem nur noch Scherben übrig blieben streckte der Gegner die Waffen.

4,5 - 0,5 - Aufstieg! Meister! Ja, Ja, Ja, so heißen wir….

Nun zum Rest vom Schützenfest. Die einzige bedauerliche Niederlage bescherte uns der liebe Rouven. Obwohl zurzeit in Topform, und durch einen hervorragenden sechsten Platz beim Müngersdorfer Bürgerturnier gestärkt, sollte es heute nix werden. Nach einer sehr soliden Eröffnungsphase mit Weiß, sah alles so gut aus. Raumvorteil, gegnerischer König in der Mitte und etliche Stellungsschwächen hätten bei genauem Spiel bestimmt zum Erfolg geführt. Doch leider kam es anders. Zu optimistisch riss er frühzeitig die Stellung auf und bescherte seinem Gegner Gegenspiel und einen Bauern. Nun waren auch die Damen verschwunden und ein quälendes Endspiel mit weniger Bauern zu bewältigen. Vielleicht wäre auch hier bei genauem Spiel noch ein Remis drin gewesen. Doch sein Gegner fand einige genaue Züge um den vollen Punkt einzufahren. Rouven, mach dir nix draus!

4,5 - 1,5 - Nun kommen wir zur mit abstand interessantesten Partie. Für den Mannschaftskampf zwar völlig irrelevant aber dennoch äußerst spannend. Sehr umsichtig eröffnet, gab der alt bekannte Gegner aus Erftstadt unserem Bernd eine richtig harte Nuss zu knacken. Immer wenn Bernd eine neue interessante Idee zum Stellungsvorteil initiierte, packte er einen genauen Zug mit interessantem Gegenspiel aus. Nach der wie immer mühsam bestandenen Zeitkontrolle von Bernd sah es doch diesmal optimistisch aus. In einem sehr undurchsichtigen Endspiel mit gegenseitigen Freibauern und potentieller Umwandlung fand Bernd den studienartigen Gewinn. Eine tolle Partie von Bernd, der mit 6/6 der zurzeit erfolgreichste Spieler der Klasse ist.

5,5 - 1,5 - Fast zeitgleich folgte die letzte Entscheidung. Remis von Klaus-Jürgen, der ziemlich gequält reinschaute. Die Eröffnung meiner Meinung nach viel zu passiv gestaltet kam es zu einer druckvollen Stellung seines Gegners. Für Klaus-Jürgen zu diesem Zeitpunkt kein Problem, sah er die kommenden Gefahren noch nicht kommen. Doch auf einmal war die Hölle los. Dame, Springer, Läufer, Bauer drangen in die offene Königsstellung von Klaus-Jürgen ein. Wie ein Wunder gab es dann immer noch den einen Verteidigungszug, den er hervorragender Weise zu finden verstand. Ein erzwungener Damentausch vereinfachte dann die Sache. Zwar immer noch ein unklares Endspiel, aber die Luft war raus, Remis.

6:2 Endstand! Der Tag wäre perfekt gewesen, wenn wir nicht die unglückliche Niederlage unserer Zweiten zur Kenntnis hätten nehmen müssen. Mit 3,5 - 4,5 gegen den vermeintlichen Favoriten hätte man auch in Ihrer Klasse alles zur Meisterschaft klarmachen können.

Zum Abschluss ein Wort an unsere beiden noch offenen Gegner und die anderen Streiter um den zweiten Aufstiegsplatz in der Bezirksklasse. Macht euch keine Illusionen, wir werden keine Luft dran lassen und mit voller Hingabe die weiteren Mannschaftskämpfe bestreiten. Von 4:4 oder ähnlichen Angeboten bitten wir höflichst abstand zu nehmen!

 

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