Traurigster Mannschaftskampf aller Zeiten! Mühlheim VI -Grünfeld I 1,5:6,5

Eigentlich möchte ich über diesen Mannschaftskampf gar nicht schreiben.

Aber wie es das Wort "eigentlich" schon sagt, und um die treue Lesergemeinde nicht zu enttäuschen, habe ich mich durchgerungen, doch ein paar Worte zu verlieren. Seit zwei Jahren hatten wir ausschließlich positive Dinge über unsere geschätzten Mannschaftsgegner zu berichten, doch heute ist es notwendig Kritik zu üben.

Wie immer traten wir guten Mutes in vollständiger Anzahl zum vorletzten Mannschaftskampf in Mülheim an. Da es für unsere Gegner um die letzte Chance handelte den Abstieg zu verhindern, rechneten wir mit einem zumindest kampfbetonten, engagierten Spieltag. Doch was wir an diesem Tag erlebten war eine bittere Enttäuschung und in meinen Augen ein absolutes Unding.

Unsere Gegner traten mit drei nicht besetzten Brettern gegen uns an. Und so weit ich es mitbekommen habe, erschienen zwei Bretter auch ohne Absage nicht zum Mannschaftskampf. Es ist uns ein absolutes Rätsel wie das, bei so einem hervorragend aufgestellten Verein wie Mülheim, möglich ist. Immer hin handelte es sich doch um die 6te von 8 Mannschaften, dass man davon ausgehen kann, problemlos Ersatzspieler zu bekommen.

Es ist wirklich enttäuschend für drei Leute völlig sinnfrei am Spieltag rumlungern zu müssen. Dass einer mal fehlt kann immer passieren, aber ohne drei, das erscheint doch etwas respektlos. Es ging doch um den Abstieg, und was gibt es schöneres als gegen starke Spieler anzutreten? Unverständlich. Diese Kritik richtet sich nicht an einzelne Personen oder den Mannschaftsführer. Hier obliegt es dem Verein selber zu ermitteln, wie es dazu kommt.

Für uns versammelten Hobbyspielern macht so ein Mannschaftskampf überhaupt keinen Spaß. Und an dieser Stelle betone ich, dass es für unsere Mannschaft im Gegensatz zum Gegner um überhaupt nichts mehr ging.

Auch zu den Partien gibt es bis auf eine Ausnahme nichts Interessantes zu berichten. Tobi und Frank erledigten Ihre Aufgaben äußerst schnell. Besonders Franks Gegner zog jeden, wirklich jeden Zug atempo, und verbrauchte für die ganze Partie nicht mehr als 10 min. Auch da fragt man sich, was soll das?

Nach diesen beiden schnellen Punkten stand es bereits 5:0. Auch wenn Michael, wenige Züge vorher einen einfachen Gewinn übersah, war in unklarer Stellung und bei der allgemeinen Demotivation, das Remis in Ordnung. Philipps Gegner bemühte sich als einer der wenigen sehr. Doch etwas zu stürmisch gegen den soliden Aufbau von Schwarz agierend, blieb nach dem korrekten Konter von Philipp nichts anderes übrig als aufzugeben.

Bis dahin gestaltete sich der Mannschaftskampf als absolute Katastrophe. Auch wenn es in diesem Fall die einzige Verlustpartie unsere Mannschaft am Sonntag betraf, war die Partie an Brett sieben "Huppertz - Pauly" ein zumindest aus schachlicher Sicht, versöhnliches Highlight.

Der junge Carlo Pauly (11), DWZ 1620 überspielte unsere routinierte Andrea nach Strich und Faden. Eine wirklich exzellente Partie mit allem was dazu gehört: Positionell starken Zügen, Figurenopfer, Mattkombinationen vom aller Feinsten. Ich bin ja auch schon was länger dabei, aber eine derart starke Partie von einem 11jährigen, habe ich noch nie gesehen. Wenn der junge Mann dabei bleibt bin ich sicher, dass er eine ziemliche Granate in diesem Sport wird.

Nun bleibt nichts weiter übrig als zu hoffen, dass unser letzter Gegner Esch komplett antritt und uns einen schönen Sonntag beschert, auch ohne das es um irgendetwas geht.

Auch an dieser Stelle gratulieren wir unserem Beipäckchen Longerich, die uns wie im letzten Jahr, beim Aufstieg begleiten. Ziemlich ungewöhnlich, dass zwei Mannschaften komplett durch zwei Klassen gemeinsam marschieren.

Mülheim VI ist abgestiegen, herzliches Beileid! Aufgrund des letzten "Kampfes" völlig zu recht! Und tut mir einen gefallen: Nehmt den Pauly da raus!!!

 

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