Grünfeld 2 startet mit einem 5,5-2,5 Heimsieg in die neue Saison
Am vergangenen Sonntag- im Schatten des Köln-Marathons- startete unsere "Zweite" mit einem 5,5-2,5 gegen die Schachfreunde aus Hürth (2) in die neue Saison.
Es war alles andere als ein normaler Manschaftskampf-Sonntag in den Heiligen Hallen des Grünfelds.
Der für 11Uhr angesetzte Kampf mußte mit erheblicher Verspätung beginnen, da es, aufgrund einer logistischen Meisterleistung der Marathonplaner, einigen Spielern beiderseiten nicht möglich war, den Spielort mit Auto oder Bahn rechtzeitig zu erreichen.
Nach kurzer Unterredung vereinbarten die Manschaftsführer, den verspäteten Akteuren noch etwas Zeit zu gewähren. Nach und nach- und in einem Fall sogar mit freundlicher Unterstützung der Polizei- trafen die Spieler dann schließlich ein, sodass es dann gegen 12Uhr endlich losgehen konnte.
Leider haben es die Schachfreunde aus Hürth letzten Endes dann doch nicht geschafft, ihr Team gänzlich zu komplettieren, sodass für die beiden Neuzugänge aus der letztjährigen "Ersten" ,Toby und Rouven, der Arbeitstag an den Brettern 2 und 3, mit dem Andrücken der Uhren auch schon beendet war. Schade, aber mit einem 2-0 Vorsprung waren wir unserem Ziel ja bereits ein ganzes Stück näher gekommen.
An den anderen Brettern entwickelte sich, wie zu erwarten war, ein spannender Kampf. An Brett 1 kämpfte unser Top-Neuzugang Daniel Guefen mit den schwarzen Steinen gegen eine sehr solide "Betoneröffnung",
die schwierig zu knacken sein würde. Dementsprechend ruhig entwickelte sich die Partie. An Brett vier kämpfte Veselin mit den weißen Steinen gegen Pirc, auch hier -ebenso wie bei Mario an Brett 7- entwickelte sich das Geschehen anfangs eher ruhig!
Dafür standen alle anderen Bretter bereits kurz nach der Eröffnungsphase in Flammen!
Leider verlor unser Felix an Brett 8 etwas den Überblick, nachdem er eigentlich sehr gut aus der Eröffnung gekommen war, und mußte recht schnell mit Wenigerfigur für eine verlorene Sache kämpfen.
Sein junger Gegner spielte konsequent auf Sieg und konnte seinen Materialvorteil schließlich souverän in einen Sieg ummünzen! Felix stellte sich jedoch tapfer in den Dienst der Manschaft und kämpfte -wie einst Don Quichote gegen die Windmühlen- bis der Manschaftssieg unter Dach und Fach war- weiter. Kopf hoch, es kommen auch wieder Erfolge!
Auch unser Yasser an Brett 5 kam ziemlich schnell in Schieflage. Nachdem er sich gegen die giftige Nebenvariante 4.a3 im Vierspringerspiel eigentlich sehr gut aufgebaut hatte, übersah er leider eine taktische Ressource sines Gegners und mußte kompensationslos einen Rappen ins Geschäft stecken. Sein erfahrener
Gegner verstand es im folgenden, seinen Materialvorteil in einen Zähler umzumünzen. Auch Yasser kämpfte
vorbildlich weiter, bis der Manschaftssieg in trockenen Tüchern war, obwohl ihm der Ärger über sich selbst ins Gesicht geschrieben stand. Kopf hoch Jeff, sowas ist jedem schon passiert!
An Brett 6 kämpfte Mathieu, wie man es von ihm kennt, mit offenem Visier. Ein, zwei Bauern ins Geschäft gesteckt, dafür das Läuferpaar+ offene Linien für seine Türme+ Entwicklungsvorsprung! Nach einem Einsteller seines Gegners hatte der Maestro schließlich alle Trümphe in seiner Hand. Mit Endspieltechnik a la Bernd verwandelte er seinen a-Bauern zur Dame und sorgte somit für den äußerst wichtigen Punkt zum virtuellen 3-2.
Da unser Brett 1 keinerlei Anstalten machte, sich überspielen zu lassen, bot sein Gegner zu diesem Zeitpunkt remis. Nach kurzer Konsultation wurde Daniel zum weiterspielen überredet, da die Partien an Brett 4 und 7 als "Unklar" bewertet werden mußten.
In Veselins Partie steckte wirklich viel drin! Zwar gefiel seine Stellung, aber der König steckte in der Mitte fest und die Stellung verlangte nach einigen genauen Zügen, um die Gefahren zu neutralisieren. Da tauchte Veselin für gut 40 Minuten in die Stellung ein und fand einen Weg zur Neutralisation! Kurz danach verlor sein Gegner, der maßgeblich zu dieser spannenden Partie beigetragen hatte (und wohl auch einen Gewinnzug ausließ),
leider etwas den Überblick und Veselin konnte durch seinen Sieg den so wichtigen 4.Punkt einfahren! 4-2
Nachdem Daniel nun endlich in remis einwilligen konnte (durfte), war der Manschaftssieg in trockenen Tüchern!
Nun konnten sich die zahlreichen Kibitze endlich dem großen Showdown widmen.
El Presidente, Mario, mit den schwarzen Steinen agierend und der kramnikschen Widerlegung von e4 im Gepäck, erspielte sich an Brett sieben aus der Eröffnung heraus leichten Vorteil, den er zwar nicht in Materialvorteil umzumünzen vermochte, der ihm aber zumindest aktives Spiel bescherte.
An mehreren kritischen Stellen fand sein Gegner den "einzigen" Zug und so blieb die Stellung lange im Gleichgewicht. Je leerer das Brett wurde, umso unklarer war, wer hier eigentlich auf Gewinn spielt!?
Doch auch Mario fand mehrfach den gebotenen Zug, aktivierte seinen König "just in time" und schickte sich im Endspiel Läufer+ 4Bauern gegen Springer+ 5Bauern an, mit seinem Monarchen ins feindliche Lager einzudringen. Nachdem sein Gegner einmal nicht den genausten Verteidigungszug fand, sah es doch verdächtig nach remis aus! Was dann folgte, war sicherlich die Kuriosität des Tages.
Tollkühn schickte sich Mario an, den kurz zuvor verlorenen Bauern um jeden (!) Preis zurückzugewinnen!
Dies gelang ihm auch, jedoch auf Kosten eines ganzen Läufers!!! Genüßlich verspeiste sein Gegner die Beute,
um dann- wie sämtliche Kibitze vermutlich auch- erstaunt feststellen zu müssen, dass auf einmal nur noch Mario auf Gewinn spielt! Sein Gegner verlor kurz darauf den Faden und Mario griff zielstrebig nach seiner Dame, deren Umwandlung nichts mehr entgegenzusetzen war! Großes Kino! 5,5-2,5 lautete somit der Endstand!
Alles in allem war es ein packender und fairer Manschaftskampf!
Dank gilt unseren sympathischen Gegnern aus Hürth, denen wir für den Saisonverlauf alles Gute wünschen!
Der erste Auftritt unserer "Neuen" Manschaft kann als durchweg geglückt bezeichnet werden, sodass wir hoffnungsvoll und voller Tatendrang den kommenden Aufgaben entgegenblicken!
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