Euskirchen – Grünfeld I 3,5 – 4,5

Es wird immer knapper! Was für ein Mannschaftskampf! Nach einer gewohnt erfolgreichen Anreise – nur Andrea zog es vor den Vereinsvorsitzenden zu besuchen – stand einem guten Mannschaftskampf gegen den Tabellenletzten nichts mehr im Wege. Nach wenigen Minuten wurde uns auch noch ein Brett kampflos geschenkt, also was sollte passieren? Einiges! Denn wer jetzt gedacht hätte es wird ein Butterschnitt, hatte sich schwer getäuscht. Zunächst lief alles in gemäßigten Fahrwassern. An allen Brettern ruhige Eröffnungsphasen ohne viel aufsehen. Die erste Interessante Stellung ergab sich bei Andrea. Ihr Gegner bot ein dubioses Figurenopfer!? Ich vermute die meisten hätten die Puppe mitgenommen, doch Andrea, die vermutlich schon tiefer in die Stellung eingedrungen war, lehnte ab. Doch auch Ihre Variante endete im Desaster. Recht frühzeitig wurde klar, dass an diesem Brett nichts zu holen ist. Eine sehr schöne Variante, die auch in der Analyse bestand hielt. Auch wenn es Andrea noch ein wenig versuchte, endete die Partie folgerichtig im Matt. Dann folgte ein unaufgeregtes Remis bei Jan, wir lassen hierbei außer acht, dass der Gegner zwischenzeitlich einen Gewinnzug zur Verfügung hatte. Nach mittlerweile über drei Stunden entwickelte sich eine der spannendsten Situationen unserer Vereinsgeschichte: Klaus-Jürgen der noch recht redlich aus der Eröffnung kam verlor völlig den Überblick, auch wenn seine Stellung vermutlich schon hoffnungslos war, gab ihm das Übersehen einer tödlichen Gabel im Zentrum doch einiges zu denken. Kurz zuvor sah es noch so gut aus an Brett 1. Andy hatte sehr solide seinen Vorsprung mit den weißen Figuren ausgebaut und das gewinnende Figurenopfer schon ausgepackt. Der Punkt ist sicher! Patsch... Züge vertauscht. Beim Stand 2.5 zu 1.5 gegen uns nahm er schweren Herzens das Remis an. Auf Sieg zuspielen wäre äußerst riskant gewesen. Glücklicher Weise überzeugte Frank auch mit den schwarzen Steinen. Gewohnt routiniert eröffnend gewann er Vorteil um Vorteil bis auch sein Gegner erkannte, dass man mit 4 Bauern weniger im Springerendspiel aufgeben kann. Spielstand 3:3! Noch zwei Eisen im Feuer. Christian der sich nach der Eröffnung einen Schnitzer leistete hatte es zwar geschafft noch zum Ausgleich zu gelangen. Aber ein Endspiel mit ungleichen Läufern und gleichverteilten Bauern auf beiden Seiten ist kein Traum, wenn man gewinnen will. Wie es einige schon vermuten lastete nun der gesamte Druck auf Boris, eine Situation mit der man als Mannschaftsführer erstmal fertig werden muss!!! Die Stellung gewohnt ausgeglichen und wie üblich 15 Züge hinter dem Zeitplan. Es drohte eine schwere Zeitnot, zum Glück auf beiden Seiten. Ich polierte mir nochmal die Nerven und nahm mich des Spektakels an. Ja, dass sah gut aus! Wie gewohnt komplizierte Boris in schwerer Zeitnot die Stellung und griff an. Zwei Bauern Vorsprung und 44 Sekunden für zwei Züge! Das schafft der Maric.... Doch was dann kam macht jeden normalen Menschen wahnsinnig! Denken.....auf die Uhr schauen.....Denken.....auf die Uhr schauen...denken....usw. 30...20....10.....5 Sekunden.....ZIEH MARIC!!!!!!!!!!!! Ja er hat es geschafft noch zwei Züge zu machen, und die Partie sauber nach hause zu schaukeln. Aber was für ein Terror. Hier noch das kurze Interview danach: Philipp: „Bist du Banane? Warum ziehst du den nicht?“ Boris: „Ich kann nicht ertragen wenn mein Gegner weniger Zeit hat als ich (12s. Anm. d. R.)“ Philipp: „Ja aber du hattest am Ende nur noch 2 Sekunden auf der Uhr?“ Boris: „Geil“ Auch wenn Christian noch einiges versuchte, war an der Punkteteilung am Ende nichts mehr zu rütteln. Knapp aber verdient gewonnen lautet mein Fazit. Ein großes Lob an die sympathischen Euskirchener die unserer Einschätzung nach auch spielerisch nichts am Tabellenende verloren haben. Mit dem knappen Sieg haben wir hauchdünn unsere Tabellenführung behauptet! Wie ich dem Rundschreiben entnehmen konnte gibt es bereits Zweifel an unserer Durchschlagkraft. Dazu sei nur eines angemerkt: Wir haben noch gar nicht angefangen.....

Grünfeld
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