Wir sind Verbandsliga!!! - oder KSV, die Zeit mit dir war schön...
SV Grünfeld I bezwingt Berrenrath I 7 : 1. Eindrucksvoll, zuverlässig und durchschlagkräftig! So präsentierte sich gestern unsere erste Mannschaft bei Ihrem entscheidenden Kampf um den Aufstieg in die Verbandsliga. Und wer glaubte, dass es sich hier um einen solide auf Sicherheit bedachten Arbeitssieg handeln werde, irrte sich. Wie von der Tarantel gestochen wurde an allen Brettern knallhart auf Sieg gespielt. Bereits nach kurzer Zeit standen unsere sehr schacherfahrenen Gegner aus Berrenrath mächtig unter Druck. In der Einführungsrede des verehrten Willi Meul hieß es noch: „Für uns geht es ja um nix mehr, dennoch werden wir bis zum Schluss erbitterten Widerstand leisten“. Leider konnte nur Willi selber seinen Worten gerecht werden. Die wenigen Zuschauer staunten nicht schlecht, als es nach knapp einer Stunde schon nach einer sehr deutlichen Niederlage für unsere Gäste aussah.
Es fing an mit Bernd der an Brett zwei bereits nach wenigen Eröffnungszügen total auf Gewinn stand, und Michael dessen Gegner sich zu einer äußerst fraglichen Aufstellung in einem Vorstossfranzosen hinreißen lies. Für mich die schönste Partie des Tages. Extrem scharf vorgetragen von Michael, und obwohl sein Gegner nach anfänglichen Schwächen nun immer den einzigen fand, um die Stellung am Leben zu halten, war nichts mehr zu machen. Michael spielte sehr sauber! Die schwarze Königsjagt bis zum Matt auf h3 konnte nur durch Aufgabe unterbrochen werden! 2:0 und weiter geht’s.
Philipp der normaler Weise recht theoriesicher durch die Eröffnung kurvt, tappte diesmal im völligen Dunkeln. Doch zu seiner größten Freude fand er die angesagten Züge um die selten gespielte Skandinavische Variante seines Gegners erheblich unter Druck zu setzen. Kurz nach den entscheidenden Worten seines Gegners „Ich glaube jetzt habe ich mich so halbwegs befreit“ war dass Matt nicht mehr zu verhindern. 3:0! Zu diesem denkwürdigen Zeitpunkt folgte in ausgeglichener Stellung ein Remisangebot an Frank. Frank ein Fuchs der alten Schule bewies erneut, dass er weit über seinen eigenen Stellungsrand hinausblicken kann, und wartete uneigennützig ab um nach einem weiteren Punkt für uns, den Aufstieg perfekt zu machen! Und so sollte es auch kommen. Jan kam zwar etwas holprig aus dem Mittelspiel heraus, dennoch gelang es im geschickt dem Gegner eine Quale abzudribbeln. Nach einer weiteren letzen feinen Finte, war sein verdienter Sieg unter Dach und Fach. Sehr gute Leistung von Jan, der trotz seiner deutlich geringeren Schacherfahrung hier so souverän mithalten kann.
Und nun schlug die Stunde von Frank. Mit seinem Remis an Brett 4 war der Aufstieg perfekt. Vielen Dank, dass nenne ich Mannschaftsdienlich!! Auch wenn die folgenden drei Partien nicht in den Geschichtsbüchern landen werden, hatten auch sie einen maßgeblichen Einfluss auf unseren eindrucksvollen Sieg.
Jan steuerte den Punkt zum 4:0 bei
Veselin wurde völlig zurecht zu seinem ersten Einsatz in die erste Mannschaft rekrutiert. Sein feiner Schachverstand enttäuschte uns nicht. Ganz klarer Start-Ziel Sieg, der nur deshalb so lange dauerte, da sein Gegner auch mit drei weniger Bauern über Stunden, die Hoffnung nicht verlor… Auch Christian punktete Voll. Ziemlich unzufrieden mit seiner schwarzen Eröffnung brauchte er einige Zeit um das Ruder an sich zu reißen. Als er es jedoch fest in seinen Händen hielt war ihm sein Gegner völlig ausgeliefert. 6,5 : 0,5 Klatsche…nennt man das.
Doch ein Brett haben wir ja vergessen, an Brett eins spielte Martin. Wir wollen hier nicht zu tief in den Wunden bohren. Martins Einstand in unserem Verein ist nicht ganz optimal verlaufen. Auch am gestrigeren Sonntag reichte es am Ende nur für ein Remis. Vielleicht einfach etwas zu kompliziert für unsere Niederungen. Hut ab vor Willi Meul, der durch sein zähes Ringen, seine eigenen Worte glaubhaft machte…. Nach weiteren Verstärkungen unserer Mannschaft war es wohl objektiv der souveränste Aufstieg unserer Geschichte. Schneller ging es einfach nicht. Und wenn man auf die farbige Kreuztabelle des Ergebnissdienstes von den Schachfreunden Mülheim blickt, weiß man, warum wir uns „GRÜN“ Feld nennen.
Der Blick in die nächste Saison ist undurchschaubar. Mit zwölf Mannschaften auf hohem Niveau, bei einem Aufsteiger, ist ein direktes Aufstiegsziel ziemlich hochgegriffen. Aber den Begriff „Klassenerhalt“ als Mannschaftsziel ist uns bisher auch völlig fremd. Mindestens genauso wichtig wie der Aufstieg der ersten ist die Leistung unserer glorreichen Zweiten. Mit einer fantastischen Mannschaftsleistung auch nach herben Rückschlägen, liegt das Glück in ihrer Hand. Wir drücken auch hier ganz fest die Daumen, dass es zu dem verdienten Aufstieg kommt. Und auch wenn es nach dem gestrigeren Aufstieg etwas zu feiern gegeben hatte. Bin ich froh, dass wir erst einmal Durchatmen und dann zusammen mit der Zweiten eine glorreiche Feier steigen lassen den „WIR SIND EIN VEREIN!!!“ P/S Falls dies jemand von den Bergischen Schachfreunden gelesen hat und glaubt „Ach, die haben schon abgehackt, den können wir jetzt was abluchsen“. Weit gefehlt, wir werden mit voller Power antreten…Es gibt keine Gnade…
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