Grünfeld I gewinnt in Mühlheim
Was für ein Start! Grünfeld schlägt heftig in die Verbandsliga ein! Um es vorweg zu nehmen – ich entschuldige mich für den fehlenden Mannschaftsbericht vom ersten Spieltag. Aber manchmal klappt es einfach nicht. Soweit es mein alterndes Erinnerungsvermögen zu lässt, werden diesem Bericht ein paar Zeilen von den Geschehnissen hinzugefügt.
Auch wenn es uns die meisten Kölnerschachfreunde nicht abnehmen werden, waren und sind unsere Erwartungen an diese Saison äußerst bescheiden. In Anbetracht der großen Ausgeglichenheit der Verbandsliga Mitte und unseres dritten Aufstieges in Folge sind wir mit dem Ziel eines soliden Mittelfeldplatzes in die Saison gegangen. Bei genauerem Betrachten ist die Verteilung der starken Mannschaften (Es gibt keine Verteilung, die sind alle bei Uns !!! - Anm. der Red.) dieses Jahr ziemlich ungewöhnlich. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.
Der erste Mannschaftskampf war dann die erste Bombe! Mit einem 7:1 gegen die, nur leicht geschwächten, Kalk-Deutzer war ein Hammer. Von Augenzeugen lässt sich gerne bestätigen mit welcher Konzentration und Souveränität dieser Kampf von unserer Seite beschritten wurde. Aus meiner Sicht besonders hervorzuheben sind die Leistungen von Martin, Michael und Rouven. Martin drückte seinen starken Gegner bescheiden Zug für Zug an den Abgrund, während Rouven seinen Gegner eher im brutalen Hauruckverfahren erlegte. Der Mannschaftskampf war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Ein absoluter Start Ziel Sieg. Damit konnte man nun wirklich nicht rechnen. Die beiläufige Teammassage wurde glücklicher Weise auch von unserem werten Gegner genutzt, dass auch dies nicht zum Grunde reichen dürfte.
Das was dann in Mülheim geschah, toppte das Ganze in meinen Augen auch noch. Uns war klar, dass die unglücklich abgestiegene Erste von Mülheim, stärkstes Team der Liga, gespickt mit zahlreichen sehr talentierten jungen (extrem ehrgeizigen) Spielern, eine ganz andere Herausforderung wird! (Wer meine Sätze zu lang findet, soll bitte in der Mitte des Satzes beginnen.)
Auch wenn es uns die meisten Kölnerschachfreunde nicht abnehmen werden, waren und sind unsere Erwartungen an diese Saison äußerst bescheiden. In Anbetracht der großen Ausgeglichenheit der Verbandsliga Mitte und unn deutlichen Sieg hatte ich zumindest mit ein wenig Respekt gerechnet. Doch davon keine Spur: „Seid Ihr schon auf Eure Niederlage vorbereitet?“ lautete die Begrüßung.

Manchmal kommt es aber anders… Auch wenn wir mit Jürgen und Daniel heute erstklassige Ersatzleute dabei hatten, ist ein Ausfall von Boris und Christian nicht einfach wegzustecken. Somit reduzierten sich auch für mich unsere bescheidenen Chancen. Wie immer ging es dann hoch konzentriert zur Sache. Bis auf Frank, dessen Vorteil erst recht spät deutlich wurde, gestalteten sich alle Partien ziemlich ausgeglichen. Die ersten Knospen einer sehr starken Stellung waren dann an Brett eins bei Chessandy zu erkennen. Mit einer seiner Lieblingsstellungen auf dem Brett, konnte der starke Kevin Krug nicht viel anfangen. Ausgerechnet in dieser Stellung wurde es später am spannensten. Meine Partie endete als erste, bei etwas schlechterer Stellung und sonst ausgeglichenem Mannschaftskampf vereinbarte ich mit meinem Gegner Remis. Ich war damit zufrieden. Irgendwie keinen Appetit gehabt. Zum Glück kann ich mich ja auf meine Jungs verlassen.
Nach einigen verstrichenen Minuten die erste „kleine Überraschung“. Frank, der sich ziemlich früh in einer sagen wir mal etwas komplexeren Stellung befand, holte die Trickkiste raus. Mit ein wenig Hilfe des Gegners war plötzlich das Matt nicht mehr zu verhindern. Der uns gut bekannte Roberto war verständlicher Weise ziemlich angefressen. Den Frank muss man halt ein paar Mal totschlagen! Gut, dass Ihm das keiner gesagt hat! Auch mit diesem Punkt Vorsprung war der Mannschaftskampf immer noch ziemlich auf der Kippe. Jürgen und Daniel standen zwar noch in Remisbreite, aber doch schlechter. Rouven hatte eine sehr interessante Partie gespielt, geriet aber dennoch nach dem Mittelspiel ziemlich unter Druck. Bei Michael und Martin, war in meinen Augen noch gar nichts zu erkennen. Nur Andy stand doch auf Gewinn oder? Die einzige Partie, die ich schon als so gut wie gewonnen einschätzte, drohte zu kippen. Durch ein kompliziertes taktisches Manöver schienen sich die Vorzeichen zu ändern. Auch wenn mein Computer noch einen Gewinnweg gefunden hat, war der am Brett wohl kaum zu finden. Mit dem besten praktischen Chancen für Andy landete man in einem Endspiel mit zwei Bauern gegen einen deplatzierten Springer.
Um es nicht unnötig in die Länge zu ziehen nun die knappe chronologische Reihenfolge. Plötzlicher Sieg durch Michael, der eine sehr schöne Gewinnkombi aus dem Hut zauberte. Solide Punkteteilung an Brett acht. Sauber verteidigt von Daniel. Nach sehr interessantem Schach von Rouven, doch die Niederlage gegen den erfahrenen Klaus Arlt und anschließende Aufgabe von Jürgen, der nach solider Eröffnung im Endspiel total den Faden verlor.
Ja richtig gerechnet 3:3 und die ersten beiden Bretter müssen alles Entscheiden. Nach diesem zweiten Spieltag heißen wir unseren lieben Martin endlich willkommen. Mit einer sehr starken Leistung nach einem komplizierten Mittelspiel übernahm er immer mehr die Kontrolle über seine Stellung. Obwohl sich sein Gegner in fast aussichtsloser Lage mit wenig Zeit sehr geschickt verteidigte, sollte es nicht mehr reichen. Die Schlussstellung gehörte zu den trostlosesten Dingen, die ich seit langem gesehen habe. Sehr starke Leistung von Martin, der mit seinem zweiten Sieg in Folge nun alle Zweifler mit seinem Schach überzeugen konnte. Wie er selbst bemerkte sein erster entscheidender Sieg zu einem Mannschaftserfolg. Martin, alles ist vergessen…weiter so!!! Das etwas vorher beschlossene Remis an Brett eins war praktisch unausweichlich. Gewinnversuche beider Seiten wären wohl ziemlich tödlich geendet. Für uns war dieser halbe Punkt natürlich Gold wert.

Der Schluss einer spannenden und entscheidenden Partie an Brett 1
Quo vadis, SVG? Auch wenn es natürlich Spass macht nach zwei sehr starken Leistungen vom erneuten Aufstieg zu träumen, ist Vorsicht geboten. Mit weiteren 9 mehr oder weniger gleichstarken Gegnern ist noch nicht mal der Klassenerhalt richtig sicher. Wir werden sehen in zwei Wochen geht es weiter! Auch wenn wir nicht aufsteigen wollen, möchten wir den Aufstieg aller anderen Mannschaften einfach verhindern. Noch ein Kompliment an beide Gegner aus den ersten Runden. Alles super fair und freundlich abgelaufen. Das kann in jeder Hinsicht so weiter gehen…bis dahin der Berichtbestatter…
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